Lebensqualität
am Lebensende

Palliativnetz Dithmarschen

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Presseartikel zur Gründung des Palliativnetz Dithmarschen, freundlicherweise zur
Verfügung gestellt von Gesine Groll, Boyens Medien (Dithmarscher Landeszeitung)

Für Lebensqualität am Lebensende

Neu gegründetes Netzwerk fängt sterbenskranke Menschen in Dithmarschen auf
Von Gesine Groll

Meldorf — Sterbenskranken Menschen die letzte Lebenszeit so schön wie eben möglich zu gestalten und vor allem in den eigenen vier Wänden ermöglichen, das hat sich das Palliativnetz Dithmarschen zur Aufgabe gemacht.
Das heißt vor allem ärztlich, pflegerisch und therapeutisch für Betroffene und Angehörige rund um die Uhr erreichbar zu sein. Das schenkt die Gewissheit, nicht unnötig leiden zu müssen, und damit Lebensqualität am Lebensende.
Auf multiprofessionelle Hilfe haben Schwerstkranke seit April 2008 einen gesetzlichen Anspruch.
Die Kosten für die angezeigten Maßnahmen trägt die Krankenkasse. Im Fachjargon heißt das spezialisierte, ambulante Palliativversorgung (SAPV). „Das sind Zusatzleistungen, die es auf alles andere,was Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen, noch oben drauf gibt", erklärt Gerhard Boll, Geschäftsführer der DRK-Schwesternschaft Ostpreußen in Itzehoe. Sie ist federführend bei den Vertragsverhandlungen mit den Kassen und betreut auch die Palliativ-Netze in Steinburg und Pinneberg, mit denen das Dithmarscher kooperiert. Soviel zum organisatorischen Hintergrund.
Möchte ein unheilbar Kranker zu Hause in gewohnter Umgebung seine letzte Zeit verbringen und benötigt dazu eine besonders aufwendige Versorgung, wird das vom Team des Palliativnetzes Dithmarschen vorbereitet. Ein Arzt mit Palliativ-Zusatzqualifikation wird dem vertrauten Hausarzt, so er diese Qualifikation nicht selbst hat, zur Seite gestellt. „Ich darf nämlich Medizin verordnen, die es sonst nur im Krankenhaus gibt", erklärt Dr. Jochen Pinker aus St. Michaelisdonn. Er und der Meldorfer Dr. Andreas Muysers, der zurzeit diese Zusatzqualifikation erwirbt, haben sich dem Palliativnetz angeschlossen. Ärzte und Pflegfachkräfte des WKK gehören dazu oder auch besonders geschulte Mitarbeiter von privaten Pflegediensten.
„Ganz wichtig: Ein individueller Notfallplan wird erstellt und mit allen genau durchgesprochen", erklärt Manuela Nancekievill, Koordinatorin des Hospizvereins, der das Palliativnetz Dithmarschen maßgeblich vorangebracht hatte. „Es ist nicht nötig, den Notarzt zu rufen, wenn der Patient zum Beispiel plötzlich Atemnot bekommt. Der Notarzt ist verpflichtet den Patienten ins Krankenhaus einweisen", erklärt Nancekievill weiter. „Dahin will der Patient aber nicht, und das muss er auch nicht, wenn die Hilfe laut Notfallplan greifen kann. 24 Stunden ist jemand erreichbar, der weiß, was zu tun ist und hilft weiter."
Wer SAPV über das Palliativnetz in Anspruch nehmen will, bekommt erste Informationen bei Manuela Nancekievill unter Tel.: 04832/60 18 62.
Nach einer Erhebung von 2007 gibt es in Dithmarschen jährlich rund 160 Menschen, die Anspruch auf SAPV hätten. Seit es das Palliativnetz gibt, haben es 20 Menschen in Anspruch genommen. Seit Jahresbeginn steigt ihre Zahl, da das Angebot, das sich auch an Menschen richtet, die in Pflegeheimen leben, bekannter wird.
Für Pflegepersonal gibt es am Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen eine spezielle Weiterbildung (160 Unterrichtsstunden in vier Blöcken zu fünf Tagen/ 1490 Euro). Dafür bekommen Teilnehmer auch Zuschüsse. Der erste Kursus mit 22 Teilnehmern läuft.
Im Januar 2011 startet ein neuer; Informationen dazu unter 0481/785-2900.

Pressemitteilung des WKK Heide vom 23.02.2011

Zertifikate an Absolventen eines Palliative Care Basiskurses übergeben

Heide, 23.02.2011 – Schwerkranke Menschen, die am Ende Ihres Lebens stehen, bedürfen einer besonderen Pflege. Ziel aller Maßnahmen ist dann längst nicht mehr die Heilung, sondern die Vorbeugung und Behandlung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen.
Im Mittelpunkt steht also der Erhalt von bestmöglicher Lebensqualität. Dabei spielen die psychischen Komponenten der Behandlung und Pflege eine bedeutende Rolle.
Auch die Pflegenden müssen lernen, mit dem körperlichen und psychischen Leid ihrer Patienten umzugehen. In einem „Basiskurs Palliative Care“ sind 20 examinierte Pflegekräfte ein Jahr im Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen (BBG) Heide geschult worden. Die Teilnehmer der 160 Stunden umfassenden Zusatzqualifikation wurden im Rahmen einer Feierstunde mit einem entsprechenden Zertifikat ausgezeichnet.

Im Mittelpunkt des Konzeptes stehen die ganzheitliche Betreuung, Pflege und Begleitung unheilbar kranker und sterbender Menschen. Examinierte Pflegekräfte aus Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sind dabei in je vier einwöchigen Unterrichtseinheiten von Referenten aus verschiedenen Fachgebieten weitergebildet worden. Kursleiterin war Manuela Nancekievill, Koordinatorin des Freundeskreis Hospiz Meldorf / Dithmarschen e.V. Die Teilnehmer kamen überwiegend aus Dithmarschen, einige aber auch aus anderen Regionen Schleswig-Holsteins.

„Wichtige Inhalte des Curriculums, das diesem Kurs zugrunde lag, sind Kenntnisse in der Symptomkontrolle und der palliativen Pflege sowie kommunikative Kompetenzen im Umgang mit Schwerstkranken und Ihren Angehörigen. Dazu gehört aber auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit“, erläuterte Angelika Nicol, Leiterin des BBG. Das wurde auch bei der Präsentation während der Feierstunde deutlich; dabei gingen die Absolventen auf einige Inhalte der Weiterbildung ein.

Der Kurs erfüllte die Auflagen nach § 39a Sozialgesetzbuch V (SGB V) an die berufliche Qualifikation für Pflegefachpersonal im Bereich Palliative Care.

Info: Palliative Care
Palliative Care hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität der Patienten und ihrer Familien angesichts einer lebensbedrohlichen Erkrankung zu verbessern. Auftretende Symptome wie Schmerzen, Obstipation („Verstopfung“), Angst, Atemnot oder Erbrechen sollen frühzeitig erkannt und gemildert werden. Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seiner Lebens- und Krankheitsgeschichte. Körperliche, seelische, soziale und spirituelle Bedürfnisse sind ernst zu nehmen – und entsprechend gilt es zu handeln. Palliativpflege ist eine ummantelnde, schutzgebende und fürsorgliche Pflege.

Über die Westküstenkliniken
Die Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide (WKK) bilden das wichtigste medizinische Zentrum an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und sind zugleich drittgrößtes Gesundheitsunternehmen des Bundeslandes mit insgesamt 784 Klinikbetten. Das Westküstenklinikum Heide ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Kiel, Lübeck und Hamburg und verfügt zudem über ein Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen. Als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 644 Betten versorgt allein das WKK Heide mit seinen 16 Kliniken und Instituten jährlich rund 26.000 Patientinnen und Patienten stationär und teilstationär sowie etwa 30.000 ambulant. Mit rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind die Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide gGmbH größter Arbeitgeber der Region. Informationen im Internet unter
www.westkuestenklinikum.de und www.bildungszentrum-wkk.de.

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